1809 wurde Oberkärnten mitsamt dem Weißensee an Napoleon abgetreten und kommt zu den illyrischen Provinzen. Erst 1813 bringt den leidgeprüften und hungernden Kärntnern die Befreiung.
1904 wurde in der Illustrierten Österr. Alpen-Zeitung von den Gefechten berichtet: „Drunten im Tale erzählt man, daß 1813 das ganze Gitschtal von Franzosen besetzt war, die in diesen, kaum merkbaren Gräben ihre Schanzen hatten. Die am Weißensee lagernden Österreicher wollten den Feind verdrängen, waren jedoch über Stellung und Stärke des Gegners im Unklaren. Lange standen sich die beiden Heere unschlüssig gegenüber. Endlich fand sich ein mutiger Bauer (Anm. Sulzer), dessen Enkel noch heute in Oberdorf lebt, verkleidete sich als „Klampferer“ (Pfannenflicker), ging mit ein paar alten Töpfen zu den Franzosen, kundschaftete mit Geschick ihre Stellung aus und gelangte unerkannt wieder zurück. Ein schneidiger Sturm unserer tapferen Soldaten auf den Kreuzberg war die Folge dieser Kundschaft. Die Österreicher jagten den Feind hinab, drangen immer weiter vor, bis schließlich das gehaßte Fremdvolk aus dem ganzen Gitschtal hinausgeworfen war.“
Auch Friedrich Drachsel berichtet davon: „Unser Gebiet wird durch einen kühnen Handstreich der österreichischen Truppen über den Kreuzbergsattel bei gleichzeitiger Umgehung über die Naggler Alm Richtung Hermagor am 18.9.1813 frei. Dabei kommt es im Raum der Techendorfer Brücke zu einem Patrouillengefecht. Schußspuren bei Mosers Kasten zeugen davon. Am 11.10.1813 räumen die Franzosen endgültig das Kärntner Land.“
Auch Professor Knapp berichtet im Buch „O du lieber Weissensee“:
„Kaum noch kann man sie heute sehen, die Hügel“, meint der alte Mesnervater und deutet zum Waldrand hin. „Die meisten haben wir eingeebnet, sind uns beim Mähen im Wege gewesen. … Das war im Franzosenkrieg, da ist eine französische Abteilung an den See gekommen, anno 1813. Am Kreuzbergsattel wurde Stellung bezogen. Den Österreichern war das nicht genehm, so wurde beschlossen, die Stellung über die Lorenzer Alm herüber heimlich zu umgehen und der Sulzer von Oberdorf hat die Führung übernommen und den Weg gezeigt. Am Kreuzberg ist dann ein heftiges Gefecht in Gang gekommen, das den Franzosen teuer zu stehen kam.“ Damals wohl sei die Wiese zum Friedhof geworden. Manch ein Totenbein sei später aus den Hügeln herausgekommen…. Auch im Ort sei damals geschossen worden, beim Moserwirt im „Kasten“ stecke heute noch eine Franzosenkugel. Wer nicht selbst zur Waffe gegriffen habe, der sei mit Frau, Kindern und Vieh in den Wald gegangen, um sich zu verbergen.
©Fian Heidi
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten
Bild: Michael Skihar, Zeichnung 1940, links Mosers Kasten mit der Beschriftung „Franzosenhaus“