Im Jahr 1912 begann die Militärzeit für die beiden Kärntner, den Zlaner Mathias Hofer als Geschützmeister und seinen Kameraden den Weißbriacher Camillo Traar als Maschinenmaat auf dem Kreuzer SMS Kaiserin Elisabeth. 1914 bei Kriegsbeginn lag das Schiff vor Tsingtau, China. Der Kreuzer beteiligte sich an der Abwehr eines japanisch-britischen Angriffs auf das deutsche Pachtgebiet Tsingtau – erfolglos. Das Schiff musste versenkt werden.
Gemeinsam mit rund 300 Soldaten aus Österreich-Ungarn gingen Hofer und Traar im November 1914 in japanische Kriegsgefangenschaft 10.000 km von der Heimat entfernt, zuerst ins Lager Himeji, im September 1915 dann ins Lager Aonogahara, in der Nähe von Kobe.
Das Lager bestand aus fünf großen Baracken, einer kleineren Baracke für Offiziere, dem Lagerkommando und den Wasch- sowie Toilettenplätzen. Im Lager gab es ein Orchester, eine Theatergruppe, einen Chor und einige Kunstmaler. Traar, musikalisch begabt, bei den Vorführungen stets dabei. Außerhalb des Lagers gab es noch rund 10.000 Quadratmeter Fläche für Ackerbau, Viehzucht und für Sportanlagen, darunter ein Fußball- und ein Tennisplatz.
Briefe aus der Heimat waren rar. Ein Brief aus der Heimat war monatelang unterwegs. 4-mal im Jahr wurde die Post verteilt.
Im Dezember 1919 endlich die Freilassung der Soldaten, ein Frachtschiff aus dem Hafen Kobe brachte sie zurück nach Europa, zurück in eine vom Krieg zerstörte, ausgehungerte fremde Heimat. Anfang März legte das Schiff in Wilhelmshaven an. Am 8. März 1920 kehrte Mathias Hofer nach 8 langen Jahren fern der Heimat zurück nach Stockenboi.
©Heidi Fian
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten
Auf dem Bild Karolina Hofer * 1874 in Unteramlach, verheiratete Kuttin in Stockenboi und ihre Söhne Helmut und rechts Mathias Hofer geboren 1895 unehelich in Zlan. Mutter und Brüder von Oma Maria Rohr in Gatschach.