Wald und Weide, die keinen festgeschriebenen Besitzer hatten (zumeist waren dies die Kirche oder adelige Grundeigentümer), wurden dem landesfürstlichen oder staatlichen Besitz zugeordnet. (Im 19. Jahrhundert war dies der sogenannte „k.k. Forstärar", nach dem 1. Weltkrieg, 1923, entwickelte sich daraus die Bundesforste.) Noch vor 1853 gab es keine gesetzliche Regelung zur Waldnutzung. Holz wurde intensiv geschlägert, vor allem in Bergbaugebieten. Außerdem wurden Wälder zu Weidezwecken gerodet. Dies führte zu Kahlschlägen, Vermurungen und Überschwemmungen. Mitte des 19. Jhdts stand der Aufbau des Gebirgswaldes, die „Rekultivierung der Gebirgslandschaften“für das „Landes und Volkes Wohl“ im Vordergrund. Das Reichsforstgesetz 1853 regelte die Eigentumsrechte, Rodungen, Aufforstungen etc. also die gesamte Waldbewirtschaftung. Bei der k.k. Forstärar wurden Förster angestellt.
Einer der ersten Förster am Weissensee wurde 1845 in einem Trauungseintrag erwähnt. Johann Adamec, Forstgehilfe aus Dwokozkovitz, Chrudiner Kreis, Böhmen heiratete Maria Theresia Füller aus St. Salvator bei Friesach. Als Beistände fungierten Johann Plattner, Bauer in Oberdorf und Johann Semmelrock, Gemeinderichter in Gatschach.
Ins Haus Plattner heiratete im Jahre 1855 der k.k. Forstadjunkt Josef Martischnig, aus Latzendorf im Mölltal als katholischer in ein evangelisches Haus die Tochter Maria Plattner. Eine seltene Ausnahme zu der Zeit. Josef Martischnig starb 1865 jung mit 45 Jahren, die Kinder Johanna und Johann Gottfried erst 7 und 6 Jahre alt.
Gatschach 13
Im Weissenseeführer 1886 von Hermann Ott werden die Ortschaften beschrieben: Gatschach 16 Nummern und 120 Einwohner, kleines katholisches Kirchlein und kleiner Pfarrhof mit Försterwohnung.
Im Seelenstandsregister 1866 werden als Inwohner in dieser Försterwohnung Jakob Lindner k.k. Forstwart geboren 1820 in Steinfeld, seine Ehefrau Anna geb. Patterer vom Blasele in Treßdorf und die Söhne Michael und Jakob angeführt.
Jakob Lindner bleibt bis zum Ruhestand in den 80er Jahren in der Försterwohnung und übersiedelt dann nach Steinfeld. Sein Sohn Michael wird auch Förster in Döllach im Mölltal, Sohn Jakob ein Büchsenmachermeister lebt noch bis 1875 in der Försterwohnung, Tochter Mathildis wird noch in Gatschach 13 geboren, dann übersiedelte die Familie nach Steinfeld. Jakob wurde dort Gemeindediener.
1887 eine Kundmachung in der Zeitung:
In Gatschach am Weißensee, Steuergemeinde Techendorf, ist vom Aerar der Bau eines Forstwarthauses sammt Stall im Offertwege, und zwar im Ganzen gegen einen Gesammtbetrag per 2429 fl. 54 kr. zu vergeben.
Die mit einem 50 kr-Stempel versehenen und gesiegelten schriftlichen Offerte können bis längstens 31. Juli 1887, 10 Uhr Vormittags nur bei dem k.k. Forstverwalter in Greifenburg eingebracht werden und sind dort auch Auskünfte zu erlangen, sowie die Bauvertrags-Bedingnisse nebst allen anderen Behelfen, als: Bauplan, Vorausmaß, Kostenvoranschlag cc einzusehen.
Gatschach 17 wurde als neues Forsthaus errichtet, durch Verkauf seit 1917 im Besitz der Familie Himmelbaur.
©Heidi Fian
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten