Klagenfurter Zeitung 23.5.1901

Pfingsten naht und damit der Weissenseer Kirchtag doch wie sah es vor 123 Jahren aus:

 

Klagenfurter Zeitung 23.5.1901

 

(Aus Oberkärnten) wird uns geschrieben: Es mag eben jetzt vor den Pfingsttagen, die so gerne zu Ausflügen benützt werden, angezeigt sein, auf einen der herrlichsten Punkte Oberkärntens, den Weißensee, hinzuweisen. Über den Tröbelsberg ist entschieden der beste und kürzeste Zugang von der Station Steinfeld aus. Früher war jenseits der Draubrücke eine Wegtafel angebracht, jetzt steht an ihrer Stelle ein Kalkofen, und es sei darauf aufmerksam gemacht, daß rechts am Kalkofen vorbei der markierte Weg beginnt. Augenblicklich weilen in Kalhofers Gasthaus „zur Post“ einige Hahnjäger; der Hahn balzt zwei Stunden oberhalb der Dörfer – jedenfalls eine sehr bequeme Situation.

 

 

Wer den Weißensee seit zehn Jahren nicht besucht hat, wird staunen über die inzwischen dort vorgenommenen Veränderungen: Durchwegs reinliche hübsche Bauernhäuser, welche in der Saison, die Mitte Juni schon beginnt, Fremde beherbergen; gute und billige Gastwirtschaften, geräumige Badeanstalten, billige Kähne, die zur Verfügung stehen, Post- und Telegraphenamt usw. Eine Kahnfahrt über den See nach Stockenboi gehört jedenfalls zu den interessantesten Seepartien in Kärnten. Während das Südufer des Sees mit grünen, dunklen Waldbeständen abschließt, erheben sich am Nordufer weiße steile Felswände, die offenbar dem See seinen Namen gegeben haben. Dort peitscht in stürmischen Tagen die grüne Brandung gegen die Felsen.

 

©Heidi Fian

 

 

Quelle:  Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten

 

Gatschach, Schattseite
Gatschach am Weissensee