Fördernd für die Entwicklung des Fremdenverkehrs am Weißensee war die Arbeit des Schulleiters Adolf Lerch. Er organisierte die Vermietungen und gründete im Jahr 1897 den „Förderungsverein Weißensee“, der sich aus Einheimischen und Gästen zusammensetzte. Dieser Verein war bestrebt, eine wirksame Fremdenverkehrswerbung ins Leben zu rufen, Wege und Landungsstege anzulegen, Schutz- und Bootshütten zu errichten und zu erhalten. Um die Jahrhundertwende wurden bereits 150 Gäste gezählt; damals überstieg die Nachfrage die Unterbringungsmöglichkeiten.
Im Jahr 1900 wurde Prof. Dr. Anton Riedel, ein Mittelschullehrer aus Stockerau, zum Obmann gewählt. Dieses Ehrenamt wurde die nächsten 10 Jahre von ihm ausgeübt.
1903 aus dem Zeitungsarchiv: Am 15. August veranstaltet unser Förderungsverein ein Seefest mit nachfolgender Tanzunterhaltung. Nachmittags Liedervorträge des Gesangvereines „Weißensee“.
Aus der Villacher Zeitung, November 1906
Weißensee, 12. November.
Einsam und still liegt er nun da, der tiefblaue See, nur hie und da treibt ein Holzfloß langsam vorwärts und die Flößer tauchen taktmäßig die schweren Ruder in die Wellen. Die Sommerfrischler, als letzter Herr Professor Riedl mit Familie, haben uns verlassen, die Jalousien der Sommerwohnungen sind fest geschlossen, kurz, eine herbstliche, fast winterliche Stille liegt über dem Tale. Im ganzen ist die heurige Fremdenzeit sehr zufriedenstellend ausgefallen. Der Fremdenverkehr war rege, die Wohnungen alle besetzt. Der Förderungsverein (Obmann Herr Professor Riedl) war sehr tätig, es wurden vorige Woche bei 400 Schattenbäume gesetzt.
©Heidi Fian
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten