Wenn man herausfinden möchte, wie ein Name entstand, beginnt man mit den ältesten Urkunden in dem der Name erwähnt wird. Die ältesten Haus- und Hofnamen entstanden im Spätmittelalter. Familiennamen entstanden erst später und zuerst in städtischen Zentren, in ländlichen Regionen dauerte es länger. Familiennamen waren Berufsnamen (Binder, Weber), Vaternamen (Jakober, Liendl), Übernamen (wie Schwarz), Herkunftsnamen (z.B. Ungar, Naggler) und Wohnstättennamen (z.B. Moser, Freithoffer). Vor dem 19. Jhdt. wurden Namen so geschrieben wie sie gehört oder verstanden wurden. Dadurch entstanden unterschiedliche Schreibweisen.
In Namensverbreitungskarten findet man die Häufigkeit eines Familiennamens. Der Name Lilg ist österreichweit am häufigsten im Bezirk Spittal/Drau vertreten.
Im Millstätter Urbar von 1599 wird ein Peter Gilg verzeichnet mit einer halben Huebe, Vieh 1 Roß, 2 Oxen, 5 Khür, 3 Galdrinder, 50 Frischling, 10 Gaiß, 3 Schwein.
Der Name Gilg dürfte durch einen Vornamen entstanden sein, eine Abkürzung von Ägidius, auch Georg wurde Gilg oder Gigl gerufen.
In Techendorf gibt es den Hofnamen Lipeter. Im historischen Grundbuch wird die Hube auch als Gigl 1/2 Hube bezeichnet. Sehr wahrscheinlich wurde irgendwann im Lauf der Zeit aus der Gilg-Peter-Hube die Lipeterhube. Um 1700 gab es den Nachnamen Lilg nur beim Lipeter. Erst durch Heirat verbreitete sich der Familienname im Weissenseetal ausgehend vom Lipeter und wurde zeitweise zu einem der häufigsten am See.
1756 heiratete Peter Lilg zum vlg Schuler, 1786 ein Lilg zum vlg Zimmermann in Techendorf. Nach Oberdorf zum vlg Weber kam der Name 1788, zum vlg Peintner um 1900, dort gibt es ihn heute noch.
1822 heiratete ein Lipetersohn zum vlg Obergasser nach Neusach, auch dort schreibt man sich noch Lilg. 1823 Heirat in Neusach 3 zum vlg Lotz. 1852 heiratete ein Lotzsohn zum vlg Jakober, 1857 ein Obergassersohn zum vlg Binter.
Auch in Naggl gibt es eine Familie Lilg beim vlg Naggler, seit ein Jakobersohn Mitte des 20. Jhdts dorthin heiratete.
©Heidi Fian
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten
Weissensee 1932 Ansichtskartenportal Österr. Nationalbibliothek
http://data.onb.ac.at/AKON/AK069_119