OBERDORF von den Anfängen bis 1950

Die Anfänge der dichter besiedelten Ortschaft Oberdorf reichen vermutlich bis ins hohe Mittelalter zurück. Wahrscheinlich wurde sie von den Grafen von Görz, den Herren von Lurngau und Pustertal, als Straßendorf angelegt. (Quelle Fr. Drachsel)

 

Im 13. Jhdt unterstand Oberdorf vor allem den Grafen von Ortenburg. Man kann davon ausgehen, dass Huben die älteren Besitzungen sind und Keuschler erst durch Abtrennungen daraus entstanden.

 

Oberdorf 1-17 die ursprünglichen Huben und Keuschler

 

1770 wurde von Kaiserin Maria Theresia die Hausnummerierung eingeführt. Oberdorf bestand aus 17 Hausnummern.

 

1 Peintner, 2 Stanitzer (Gschnitzer), 3 Purker, 4 Pfeifer, 5 Sulzer, 6 Kolbitsch, 7 Voitmann, 8 Weber, 9 Stefele, 10 Plattner, 11 Janker oder Fiankeusche, 12 Schluder, 13 Kraner, 14 Haub, 15 Herter, 16 Garz, 17 Roth.

 

Aus dem Franziszeischen Kataster 1822 (erste vollständige österr. Liegenschaftskataster) sehr gut ersichtlich die damaligen Liegenschaften in Oberdorf. Wobei der Name Praditz damals noch nicht aufscheint. Im heutigen Praditz lag 1822 nur die Peintnerhube Oberdorf Nr. 1 mit einem hölzernen Wohn- und Wirtschaftsgebäude. In Oberdorf standen schon einige gemauerte Wohngebäude beim Pfeifer, Sulzer, Kolbitsch, Voitmann, Weber, Plattner, Schluder und Roth. Die restlichen Wohn- und Wirtschaftsgebäude waren aus Holz. 1830 brannte das Kranerwohnhaus ab und wurde in Praditz wieder aufgebaut.

 

Auch die Bockschmiedkeusche Oberdorf 18 ist schon 1822 eingezeichnet. Der Schmied Friesinger mit seiner Familie wird im Seelenstandsregister 1866 darin als Inwohner angeführt (Frau und 9 Kinder). Josef Friesinger wird schon in seinem Heiratseintrag in der Pfarre Waisach 1834 bestätigt, dass er von der Gemeinde Weißensee als Schmied aufgenommen wurde mit der Bewilligung der Bezirks-Obrigkeit Greifenburg. Zu der Zeit noch als Inwohner in der Stefelekeusche, die in den 1850ern abbrannte. Die Stefeleliegenschaft wurde mit der Plattnerhube vereint und Schmied Friesinger war einige Zeit Inwohner beim Plattner, ab den 1860ern bis ca 1910 dann in der Bockschmiedkeusche in Oberdorf 18.

 

Im Seelenstandsregister 1866 wird auch die Hartl-Keusche oder Sagschneider Oberdorf 19 im heutigen Praditz angeführt. Inwohner Brandner Peter und ein Teil der Familie Friesinger. Um 1880 wohnte darin der „Halter-Peter“, namens Ebenberger aus Lind. Die Gemeinschaftsweide (heute Mühlbichl früher Hrepenrigl) schließt ja direkt dahinter an. Sägen gab es in Praditz auch als Gemeinschaftssägen. 1895 im Trauungsbuch ist Georg Philippitsch als Besitzer der Philippitsch-Behausung in Oberdorf 19 angegeben. Im Grundbuch Besitzer 1906 Georg Philippitsch, 1922 Karolina Domenig, 1951 Edwin Domenig.

 

Laut Grundbuch Oberdorf 20 im Jahr 1906 Alois Draxl ein Kranersohn, im Trauungsbuch steht er schon 1896 als Besitzer der Draxl Behausung, 1932 Jakob Platzer

Oberdorf 21 Kauf 1901 Andreas Nemest vom Binder Gatschach, 1933 Johann Nemest, 1956 Maria Langegger geb. Nemest, 1965 Johann Langegger

 

Oberdorf 22 um 1900 „Villa Christine“ vom Müller vlg Voitmann

 

Oberdorf 23 Villa Garz´ens Gottlieb, schon um 1900 Inwohner Franz Blüml, Holzknecht beim Kolbitsch

 

Oberdorf 24 vlg Berger, 1922 Christian Garz, Garzsohn Oberdorf 16

 

Oberdorf 25 Lug Ins Land, 1927 Dr. Friedrich Mayer, Arzt am Weissensee

 

Oberdorf 26 Appartementhaus erbaut von Willroider in den 70ern, übernahm eine alte Hausnummer

Oberdorf 27: 1938 Christian Stampfer, 1963 Sigmunde Wernle geb. Stampfer

 

Oberdorf 28 Praditz Säge 1930 Sulzer, Kolbitsch, 1951 Herwig Winkler, 1957 Dietmar Winkler, 1976 Alois und Maria Obereder

 

Auf Orthofotos 1952 zu sehen, dass außer den beiden Häusern in Praditz - Draxl Kathi und Annenheim - keine weiteren Häuser neu errichtet worden sind.

 

1886 aus dem Weissenseeführer von Hermann Ott Gemeindesekretär

 

Oberdorf das höchst gelegene (18 Nummern, 130 Einwohner) mit fast tirolischem Anstrich in Bauart, Anlage und Gebirgsumgebung. Gutes Trinkwasser, besonders beim „Roth“. Kleine Badehütte beim „Roth“. Zum See fünf Minuten. Eventuelle Privatwohnung beim Kolbitsch (schöne Lage).

©Heidi Fian

 

 

Quelle:  Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten

 

 

Ansichtskartenportal Österreich. Nationalbibliothek

http://data.onb.ac.at/AKON/AK055_260

 

Oberdorf
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