1930 errichtete Franziska Tuschel in Techendorf ein neues, laut Zeitung „vornehmes Café“.
In diesem stärkte sich am 29. Juli 1931 auch Königin Wilhelmina aus Niederlande mit ihrer Tochter Kronprinzessin Juliana. Die königliche Familie verbrachte in den 30er Jahren des Öfteren ihre Sommerfrische bei einer befreundeten Bankiersfamilie auf Schloß Lengberg in Osttirol.
Aus der Kärntner Zeitung 1931:
Weißensee. In der vorletzten Woche weilte eine hohe Frau in unserer Mitte. Die zur Erholung auf Schloß Lengberg bei Nikolsdorf in Osttirol weilende Königin Wilhelmine von Holland und Kronprinzessin Juliana! Sie fuhren mit Begleitung zum Glocknerhause und kehrten dann am selben Tage wieder nach Schloß Lengberg zurück. Am meisten ist aufgefallen die überaus dezente Kleidung der hohen Herrschaften sowie das bescheidene Wesen derselben. Aufsehen gemacht hat die Mitteilung, daß Königin Wilhelmine von Holland, die bekanntlich eine gläubige Protestantin ist, am Sonntag samt Gefolge in Techendorf am Weißensee in Kärnten den evangelischen Gottesdienst besucht hat. Nach einer kleinen Stärkung im neuen, vornehmen Kaffee Tuschl in Techendorf verließ die Königin wieder den Weißensee.
Schon 1934 scheint das Cafe Tuschel in Schieflage geraten zu sein, vom Bezirksgericht Greifenburg wird eine Zwangsverpachtung bekannt gegeben: Schätzwert 1000 S.
1940 wird das Kaffee von Josef Berger gekauft, Abstammung von St. Lorenzen 14 vlg Oberer Schluder.
Vom Kaffee Berger in Techendorf schrieb in den 50er Jahren Dr. Werner Knapp in seinem Buch „O du lieber Weissensee“:
… auf der Schattseite, drüben im Kaffee Berger, herrscht noch Ruhe. Hier wird es vor allem am Nachmittag lebendig. Bei Kaffee mit Schlag, Eis und feiner Bäckerei geht der Tanz bis in die späte Nacht hinein.
©Heidi Fian
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten