Vom Pletzwirth in Gatschach im Jahr 1890 bis zum Gasthof zum Weissensee 1910

Ab 1882 führte Johann Essl den Pletzwirth in Gatschach mit seiner Frau Karolina geb. Winkler. Er war in diesen Jahren Bürgermeister, Gast- und Landwirt. Im Jahre 1890 wurde er wegen Wahnsinns unter Kuratel gestellt, trotzdem konnte die Hube nicht mehr gerettet werden. Sie wurde hoch verschuldet im Jahr 1891 versteigert.

 

Ein Jahr später starb Johann Essl, das Jahr darauf sein einziger noch minderjähriger Sohn.

 

Neue Besitzer wurden Josef Müller vlg KaltJosef CavallarAndreas Kolbitsch zu je 1/3.

 

In den Jahren 1891 – 1896 war der Gasthof geschlossen. Als Inwohner scheinen in den Kirchenbüchern Johann Mösslacher, Schlossermeister aus Weißbriach und seine Frau Amalie geb. Taurer auf. Amalie war früher Haushälterin im Pletz-Wirthshaus. Ihre Schwester Anna verheiratete Herzog wurde mit ihrem Mann Christoph Herzog 1899 Besitzerin der vlg. Schusterkeusche Gatschach 6. Taurer´s waren Nichten der damaligen Kreuzwirtin.

 

1896 wurde ein Pächter für den Gasthof gefunden, Julius Gießauf. Aus dem Zeitungsarchiv: „der Grazer Gastwirth, der sich redlich bemühte, seine Kunden gut zu bedienen, und trotz seiner keineswegs niederen Preise so gute Geschäfte machte, dass er das Gasthaus für weitere fünf Jahre in Pacht nahm“.

 

1897 wurde dem Gasthof ein zweiter Stock aufgesetzt, wodurch mehr Fremdenzimmer geschaffen wurden.

 

Aus einem Inserat im Jahre 1900:

„Gießauf´s Gasthof „Zum Weißensee“, Post- und Telegraphenamt Techendorf, bestens neu eingerichtet, 11 Fremdenzimmer, vorzügliche Küche, Kegelbahn, Kielboote, See-Badeanstalt“.

In den Jahren vor 1905 dürfte der Gasthof wieder geschlossen gewesen sein, denn 1905 schreibt das Grazer Tagblatt:

 

Heuer wird als besondere Zugkraft, noch die Gastwirtschaft in Gatschach hinzukommen. Der gute Ruf, den der Gasthof „Zum Weißensee“ durch Gießauf ehemals mit Recht hatte, dürfte durch die neue Pächterin, Fräulein Malwine Kiefhaber, Besitzerin der Pension „Johanneshof“ in Lussingrande, bald wieder hergestellt sein. Man darf von dieser weithin bekannten und glänzend bewährten Unternehmerin das Allerbeste erwarten. Ihrer Umsicht und Tatkraft wird es wohl bald gelingen, den alten guten Ruf des Gasthofes „Zum Weißensee“ wieder herzustellen“.

 

Malwine Kiefhaber stammte aus einer angesehenen Familie, ihr Vater erbaute die Heilbäder in Baden bei Wien, die Mutter eine Adelige. Malwine betrieb im Winter über Jahrzehnte die Pension Johanneshof in Lussingrande, heute Mali Losijn auf der Insel Cres, Kroatien.

 

Im Jahre 1910 wird der Gasthof im Illustrierten Wegweiser für Sommerfrische noch unter Kiefhaber geführt.

 

 

Im Juni 1910 ist dann in der Zeitung zu lesen: „Vorige Woche hat Herr Alois Kees das alte Pletzwirtshaus, jetzt Gasthaus „Zum Weissensee“, käuflich erworben und wird das Gastgewerbe in eigener Regie führen. Herr Kees, der auch dem Hotel „Union“ in Toblach vorstehen wird, ist durchaus Fachmann und wird seine Gäste zufriedenstellend bedienen“.

©Heidi Fian

 

 

Quelle:  Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten

 

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Johanneshof in Lussingrande (Mali Losijn, Cres, Kroatien)
Johanneshof in Lussingrande (Mali Losijn, Cres, Kroatien)
Malwine Kiefhaber