Am Weissensee praktizierte erst spät, ca Mitte/Ende der 1920er, ständig ein Arzt. Es gab zwar einen Weissenseer der ausgebildeter „Wundarzt, Chyrourg und Geburtshelfer“ erlernte, aber seine Arbeitsstelle befand sich in Steinfeld.
Der Bauernsohn Christoph Plattner aus Oberdorf beim vlg Plattner geboren 1798, heiratete 1829 eine Pletztochter Maria Winkler, verstarb aber schon sehr früh 1833 in Steinfeld. Seine Witwe heiratete den Gmündner Wundarzt Kaspar Hübl, sie zogen nach Friesach, wo auch sie bald darauf 1847 verstarb.
Eine Liste in der Kärntner Zeitung im Jahre 1923 über Vertragsärzte der Krankenversicherung der Bundesangestellten und Wahlärzte in Kärnten gibt uns Auskunft über das Vorhandensein eines Arztes in unserer Region.
So werden in Greifenburg schon Medizinalrat Franz Kohlmayer und Alois Meßner aufgelistet, am Weißensee gab es noch keinen Arzt und in Hermagor Regierungsrat Josef Hussa, Albert Menninger-Lerchenthal und Artur Rößler und in Paternion Wilhelm Stockmaier. Am Ende der Liste steht noch zu lesen: „Erwähnt wird noch, daß die Parteien in allen Fällen das Gefäß für die Medikamente selbst mitzubringen haben, es sei denn, daß der behandelnde Arzt auf dem Rezept den Vermerk „ad vitrum nobum“ beisetzt. Vertragsfachärzte dürfen nur über Bewilligung der Anstalt in Anspruch genommen werden.“
1933 stand in der Kärntner Zeitung zu lesen: „Greifenburg. (Vier Ärzte.) Es wird noch nie vorgekommen sein, daß unser kleiner Ort über vier Ärzte verfügte. Herr Medizinalrat Dr. Franz Kohlmayer hat seinen Sohn Dr. Norbert Kohlmayer an seine Seite genommen und Herr Distriktsarzt Dr. Adolf Meßner seinen gleichnamigen Sohn.“
Auch wenn am Weißensee sich bis Ende der 20er Jahre kein Arzt niedergelassen hatte, so war doch die heilsame Wirkung der Umgebung bekannt, den im Januar 1914 stand in der Zeitung zu lesen: „Seit 6 d. M. weilt hier ein Gast aus Budapest, den sein Arzt zur Behebung seiner Blutarmut und Nervosität hierher geschickt hat. Die reine Luft und die Ruhe tun ihm sichtlich wohl.“
1927 wurde dann in Oberdorf 25 das Haus „Lug-Ins-Land“ errichtet, Besitzer Dr. Friedrich Mayer, Arzt am Weissensee.
1930 eine Mitteilung in der Medizinischen Wochenschrift: „Die Kärntner Landesregierung teilt mit, daß dem praktischen Arzt Dr. Walter Erich Schmid in Techendorf am Weissensee die Konzession zur Errichtung und zum Betriebe einer ärztlichen Hausapotheke verliehen wurde.“
1934 wurde vielen Ärzten der Kassenvertrag aus politischen Gründen gestrichen, so auch Dr. Schmid in Techendorf und Dr. Meßner in Greifenburg.
1957-58 kehrte Dr. Schmid´s Sohn Wolfgang als evangelischer Pfarrer an den Weissensee zurück, bevor er in Kufstein eine Pfarrstelle annahm.
©Heidi Fian
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten