r. Günther Nenning 1921 – 2006, Journalist, Autor und politischer Aktivist, vielen auch noch als „Auhirsch“ bekannt, seit seiner Kindheit Gast am Weißensee, zuletzt im Hotel Harrida in Techendorf, berichtete in „Der Zeit“ 1994 vom Wirtshaus „Zur Alten Post“
Als ich ein Kind war, standen bei der Brücke im Wirtshaus „Zur Alten Post“ im Gastgarten die großen, schattenden Kastanienbäume, und man kriegte für 1,40 Alpenschilling ein Menü mit Schweinsbraten. Jetzt sind die Kastanien abgeholzt für eine Liegewiese, auf der die Gäste sich selber braten.
In die Nudelsuppe vor dem Schweinsbraten fielen, wenn´s Herbst wurde – und noch immer waren Ferien -, die ersten Kastanien. Nach dem Schweinsbraten gab´s Palatschinken mit Marillenmarmelade. Das Friederl, meine erste Liebe, aß brav alles, brauchte aber bis drei Uhr. Alle gingen baden, nur der Kellner und ich warteten.
©Heidi Fian
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten