Der Grafenweg - „die alte Saumstraße nach Aquileja“

Schon in der Römerzeit führte eine Verbindung über den Kreuzberg ins Drautal. Die Fahrrinnen der Römerstraße waren vor einigen Jahren noch sichtbar.

 

Dr. Knapp schrieb in seinem Buch: „Der „Grafenweg“ ist wohl jene Straße über den Kreuzberg, über welche 1234 der Patriarch von Aquileja mit Graf Meinhard von Görz einen Vergleich abgeschlossen hat.“

 

Der Grafenwegerhof und wahrscheinlich auch der Kreuzwirt werden wohl zu jener Zeit entstanden sein. Der Grafenweg führte von Greifenburg, wo eine Mautstätte errichtet war, über den Kreuzbergsattel nach Weißbriach ins Gitschtal und Naßfeld vorbei am Kloster Moggio (das damals Fischereirechte am Weißensee besaß) bis zur Grafenburg Görz und Aquileja und war eine wichtige Verbindung zwischen dem Lurngau und der Grafschaft Görz.

 

Aus der Carinthia, Geschichtsverein Kärnten: „Zum Schutz gegen die Türken baute man im 15. Jhdt am Kreuzberg die Türkenschanze (Verteidigungsanlage), welche in der Wiese noch zu sehen ist. Daneben stehen die Ruinen einer Kapelle. Die Türken sind allerdings im Drauthale hier gewesen. Ihre Straße war der Gailberg. Die Ungarn hingegen zogen über den Kreuzberg, als sie Hermagor in Flammen setzten. Das waren traurige Zeiten.“

 

Im 18. und 19. Jhdt. herrschte am Morgen reges Treiben am Kreuzberg, vor allem an den Greifenburger Markttagen. Da ist es beim Kreuzwirt, dem Gasthaus am Paß und an der Wegscheide zum See, hoch hergegangen. Die Gailtaler Bauern und Händler sind damals herüber gekommen und keiner ging vorbei ohne einzukehren. So war es Brauch.

 

Mit dem Bau der Eisenbahn verlor die Saumstraße an Bedeutung und es wurde ruhiger über den Paß. Erst mit dem Ankommen der Sommerfrischler ging es wieder lebhafter zu.

 

Mit der Eisenbahn in Greifenburg angekommen, ging es um 1900 zu Fuß die steile Straße beim Grafenweger vorbei hinauf zum See. Laut Touristenzeitung ein „Spaziergang“ von 2 1/2 Std. Damals hat es beim „Glanzel“ auf der Höh noch „beim Gott sei Dank“ geheißen (das man endlich heroben war).

 

1904 bei der Jahreshauptversammlung des Förderungsvereines zur Hebung des Fremdenverkehrs hieß es: „An die Gemeinde wurde seitens des Vereines die Bitte gestellt, mit allen Mitteln die Umlegung der Straße anzustreben, damit der Zugang erleichtert werde. Möge der Gemeinde und der Sommerfrische die weitgehende Förderung der beteiligten Faktoren werden. Sie verdient´s!

 

Doch erst im 1. Weltkrieg wurde vom österreichischen Militär mit Einsatz gefangener Russen die neue Straße gebaut und damit die Voraussetzung für den Anschluss der Gegend an die neue Zeit geschaffen.

 

Noch in der Zwischenkriegszeit war der Verkehr gering, so dass die neue Straße nach Waisach von den Kindern gerne als Rodelbahn genutzt wurde.

©Heidi Fian

 

 

Quelle:  Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten

 

Kreuzwirt, Kreuzberg, Grafenweger
Kreuzwirt, im Hintergrund die Straße zum Grafenweger, die alte Kreuzbergstraße