25. November Kathrein – seit alters her ein Lostag.
Da heißt´s rund um den See:
Zu Kathrein friert der See zua
und wenn´s mitten in Sommer warat
Aus dem Zeitungsarchiv über‘s Eis
Von Weißensee, 6. März 1889 Schlittenpartie
Am 3. d. M. unternahm die Feuerwehr mit einer nicht unbedeutenden Anzahl von Männern der Gemeinde und ihrer Dorfmusik die schon vor einigen Monat projectirte, jedoch in Folge plötzlichen Ablebens des Kronprinzen Rudolf verschobenen Schlittenpartie nach Stockenboi, die der Eröffnung des neuen Gasthofes der Herrn Cavallar, resp. dem Besitzer selbst galt und sich zu einer sehr animirten Unterhaltung gestaltete.
Unter Pöllersalven, die an den Felswänden mächtig widerhallten, zog die Feuerwehr vor das neue, innen und außen stattliche hotelartige Gebäude; der Schrift- und Sprechwart der Feuerwehr, Herr Lehrer Bader (Gründer der Feuerwehr in Weißensee) betonte Namens derselben wie der Bevölkerung von Weißensee in längerer, formvollendeter Rede die innigen Beziehungen der Bevölkerung von Stockenboi und Weißensee in verwandtschaftlicher wie in wirthschaftlicher Hinsicht und hob die hohe bedeutsame Stellung hervor, die Herr Cavallar einnimmt, ein Mann, der es durch eigene Kraft, Fleiß, Geschick und Ausdauer zum Wohlstande gebracht und sich auch ein neues schöneres Heim geschaffen, in welches – aus dem unscheinbaren alten – Liebe, Eintracht, Friede, Glück, Ordnung und die Segenswünsche zahlreicher Freunde aus Nah und Fern miteingezogen seien.
Herr Weißenbacher dankte im Namen der Stockenboier in kurzen und schlichten Worten. Die sehr animirte, durch keinen Mißton gestörte Unterhaltung endigte erst in den Morgenstunden. Erst um 8 Uhr Früh bestiegen die Weißenseer ihre Schlitten, um über die mächtigen Eislagen des Weißensees zwischen hochragenden Gebirgen in ihr friedliches, geliebtes Hochseethal zurückzukehren.
©Heidi Fian
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten