Vor 1690 Johann Stampfer und Eva Nagglerin aus dem Geburtsbuch Radlach
1728 Johann Stampfer und Magdalena Moritz Lassendorf
1750 Tochter Maria Stampfer und Mathias Semmelrock Techendorf
1791 Tochter Barbara Semmelrock und Jakob Winkler vlg Pletz Gatschach
1819 Georg Winkler und Maria Jank vlg Perl Neusach
1849 Tochter Maria Winkler und Christian Stampfer vlg Oeler Neusach
1886 Georg Stampfer und Maria Winkler vlg Moserwirt Techendorf
1910 Georg Stampfer und Maria Müller
1958 Tochter Theresia Stampfer und Ernst Stampfer
1988 Georg Stampfer
Die Stampfer-Hube zählt zu den älteren Huben am See. Stampfer genannt in einem Millstätter Urbar (die ja nur lückenhaft vorhanden sind) aus dem Jahre 1599. Dort findet sich ein Nachtrag datiert mit 29. Januar 1624.
NS Bei dieser Huoben ist vor vilen Jahren ein keischen erbauet worden, welche nach vielen Inderungen letzlich auf den Matthes Stampfer erblich geffallen, ist ein mahlen verehrt, hat auch der Obrigkeit weder Zins noch Steir nach mülreit (Millstatt) geben. Weil aber vil Uneinigkeit zwischen dem besitzer des guats und den keischen täglich /ich/ er habt, ist die Obrigkeit verersacht, dise kaischen zu verehren zu lassen. Hat also Mathes Stampfer selbs angehalten und der keischen verehret den 29 Januar 1624. Und gibt der Obrigkeit
Zins 5 ß (Schillinge) Steir 6 ß = 6 1/2 Richtgelt 5 ß.
In den Urbaren war ein Stampf ein wassergebundener Betrieb z.B. zur Bearbeitung von Getreide, Loden oder Rinde.
Der Vulgarname Stampfer wurde zum Schreibnamen und man findet ihn auch heute noch. Um 1700 gab es den Schreibnamen nur am Stampferhof. Söhne des Johann Stampfer und der Eva Nagglerin, Mathias und Christian, heirateten zur vlg Lotzkeusche Neusach 3, dort hielt sich der Name nicht lange und zur Oelerkeusche, die erst mit Christian Stampfer das erste Mal genannt wird.
Von dort kam der Name auch nach 100 Jahren wieder zurück ins Haus, denn beim Stampfer- Hof selbst gab es Namenswechsel, von Semmelrock zu Winkler.
Keuschler entstanden erst um einiges später als die Bauernhuben und wurden meist als Zuerwerb zu einem Handwerk bewirtschaftet. Oftmals entstanden sie nach Trennung von einer Hube. Die Oelerkeusche oder aus dem historischen Grundbuch auch Stampferkeusche, dürfte eng mit der Stampferhube zusammenhängen, auch die Namen deuten darauf hin. Ein Oeler auch als Ölschläger oder Ölstampfer bezeichnet, presste Öl aus Pflanzensamen wie Raps, Mohn, Leinsamen. Stampfer und Oeler also ein Berufsname.
Aus dem Buch „Weißenseetale, Hamatle mein“ wissen wir, das aus Leinsamen das Leinöl gewonnen wurde. In jedem Dorf standen mehrere Ölpressen, die händisch bedient wurden. In Neusach waren sie beim „Stampfer“ und beim „Jakober“ in der Labn.
Frisches Öl war eine Delikatesse damals, Schwarzbrot „gewackt“. Der beim Ölpressen übrig gebliebene „Ölkuchen“ wurde auch verwendet. Er galt als Kraftfutter für das Vieh.
Ölstampfer, Stampfer, Oeler nicht nur dem Namen nach eng miteinander verbunden.
©Heidi Fian
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten