… Diese sagenhaften Wände erzählen die Mähr, wie ein Mädchen aus den Glashütten von Tscherniheim ihren Bräutigam, einem Förster, der in den weißen Wänden jagte, auf einem Kahn aus Eifersucht nachspürte.
Der jugendliche Förster in den weißen Wänden vermuthete in der Abenddämmerung in dem Schiffe einen Wilderer. Sein Schuss fiel in die Nacht hinab und brachte den Kahn zum Sinken. Zu spät erkannte er beim Aufschrei des Mädchens die Stimme seiner Braut, und als er Hilfe bringen wollte, versank er mit in die Tiefen.
Seit damals rauscht es jedesmal zur Zeit des „kleinen Frauentages“ (8. September Maria Geburt), in der sich das ereignet hatte, geheimnisvoll unter diesen Felsen, und Leute, die den See befahren, wollen das ächzende Schiff, das schon halb versteinert auf dem Grunde des Wassers liegt, wahrgenommen haben.
Klagenfurter Zeitung 1901
ANNO Zeitungsarchiv https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=kfz&datum=19010523&query=%22Stockenboi+Ostufer%22~10&ref=anno-search&seite=4
©Heidi Fian
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten