1848 wird Andreas Ronacher als 6. Kind des Martin Ronacher und der Maria Memmer in Weissbriach 17 vlg Pflinderkeusche geboren. Er arbeitete als Holzknecht und lernte in jungen Jahren Maria Semmelrock eine vlg Glautschtochter aus Techendorf kennen. 1869 wird Sohn Andreas geboren, 1873 Christoph und 1875 Georg, alle drei als ledige Kinder. Zur damaligen Zeit war es für einen mittellosen Knecht sehr schwierig zu heiraten. Trotz aller Schwierigkeiten wird 1879 geheiratet. 1880 kommt Sohn Johann zur Welt und 1883 Tochter Elisabeth.
1883 gelingt es Andreas Ronacher mit viel Fleiß und harter Arbeit den Besitz am Ostufer vlg Urbele in Mösel 1 zu kaufen.
In einem Zeitungsartikel 1894 wird vom verläßlichen Fischer, Holzknecht und Schiffer Urbale berichtet:
„so riet mir der Wirth, in dem nächsten Dörflein Mößl den Fischer Urbale zu dingen, und machte mich mit den Schiffertaxen vertraut. Urbale den Schiffer, treffe ich unterwegs im Waldschlag, wo er Scheiterholz spaltete. Derselbe nahm meinen Antrag, mich über den See zu rudern, bereitwilligst an. Der Name Urbale (Urban) bezeichnet den Vulgärnamen, der eigentliche Name des Schiffers ist Andreas Ronacher. Derselbe ist eine kräftige Erscheinung, mittelgroß, mit markigen, angenehmen Gesichtszügen und funkelnden Stahlaugen. Die sehnigen Arme handhaben die Ruder mit einer Kraft und Leichtigkeit….. Dahingleitend im Kahne, mit dem Volke richtiger gesagt: „Über den See reitend“, erzählte mir mein Führer, daß er schon in solchen Lagen gewesen sei, ohne von einem Unglück betroffen worden zu sein. Aber Beten gelernt habe er in solchen Augenblicken, meinte er lächelnd. „Es ist verflixt schiach, won ma muataseln allan is afn See, bei an sechtanen Wöttr! Zu jödr Stund in dar Nocht, und bei jödn Wöttr bin i schon übrn See gritta und nia is mar no wos g´schegn!“. Im weiteren Fluß der Rede erzählte er mir, daß er sich mit seinem Weib und fünf Kindern von der Fischerei und Schifferei, von der Arbeit als Holzknecht das Leben friste…. „Af an grian Zweig bring i´s dera nit, wonn i a no so fleißig bin!“
Wenige Wochen später ein schwerer Schlag für die Familie, der älteste Sohn Andreas stirbt 25jährig.
Die Söhne Christoph und Georg arbeiteten als Holzknechte und Sägler. Georg übernimmt 1900 den elterlichen Besitz vlg Urbele heute Camping Ronacher am Ostufer.
Sohn Johann wird Schuster. Johann leistet 1901 bis 1904 seinen Militärdienst. In seinem Militärakt wird er als rothaarig, mit einigen körperlichen Gebrechen, als still und verschlossen, später als leichtsinnig beschrieben.
Für den Militärdienst untauglich, links erblindet, zur Kriegszeit daheim mit Arbeiten am Hof beschäftigt. Am 9.1.1916 mit einem Pferdefuhrwerk über den gefrorenen Weißensee unterwegs, übersieht Johann eine Planke im Eis, bricht ein und ertrinkt im Weißensee. Das geschah nahe am Ufer, wenige Meter vom kleinen Felsen entfernt. Eine kleine Grab- und Gedenktafel erinnert an das tragische Unglück. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Ort von den Weissenseern „Ronacher-Fels“ genannnt.
1948 wird hier von Anna Domenig eine Jausenstation errichtet, heute einer der schönsten Plätze am See um eine Rast einzulegen, der Ronacherfels,
Link zum Zeitungsbericht übern Weissensee ANNO Zeitungsarchiv S. 1 - 3
©Heidi Fian
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten