Techendorf 18 Schule 1. Teil

1774 führte Kaiserin Maria Theresia die 6jährige Schulpflicht ein, doch der Schulbesuch in Österreich war niedrig bei 30 %.

 

1781 mit dem Toleranzpatent Kaiser Josephs II wurde es den evangelischen Pfarrgemeinden erlaubt Schulen und Bethäuser zu errichten. 1782 wurde in Techendorf der erste evangelische Lehrer aus Stockenboi angestellt, der 1749 geborene Peter Schmidhoffer aus Weissenbach, Jahresgehalt 15 fl (Gulden).

 

1785 wurde in Techendorf ein Schulhaus aus Holz erbaut, Lehrer der von Oberdorf 2 vlg Stanitzer (Gschnitzer) stammende Christoph Stanitzer mit einem Jahresgehalt von 65 fl.

 

Nach ihm 1822 - 1874 übernahm sein Sohn Johann Stanitzer die Schule, über 50 Jahre als Lehrer tätig. Aus seinem Nachruf wissen wir, dass er 400 fl nebst Zulagen verdiente und 275 fl Pension bekam (lt hist. Währungsrechner heute ca 6000 € Jahresgehalt und 4200 € Pension). 1867 erhielt er das Silberne Verdienstkreuz verliehen. Johann Stanitzer errichtete 1877 in Gatschach 16 (heute Hubmann) ein Eigenheim für seine Familie.

 

1869 wurde das Reichsschulgesetz erlassen, die Unterrichtspflicht von 6 auf 8 Jahre erhöht. Der Schulbesuch lag damals österreichweit bei 50 %. Viele Kinder besuchten auch nur im Wintersemester die Schule und wurden freigestellt zur Feldarbeit im Sommer.

 

Mit diesem Gesetz wurden auch die evangelischen Schulen öffentlich, 1781 auch die Techendorfer, Weißbriacher und Jadersdorfer Schule. Zuerst eine Erleichterung, da die Schulen doch schwer auf dem Gemeindebudget der Kirchengemeinde Weißbriach-Weißensee lasteten. In Techendorf, Weißbriach und Jadersdorf musste kein Schulgeld bezahlt werden, wie andernorts. Doch österreichweit sanken damit die Zahlen der Evangelischen, da nicht mehr überall evangelische Lehrer angestellt wurden.

 

1876 ein Inserat in der Zeitung: Ausschreibung einer Lehrstelle in der einclassigen Volksschule Techendorf, Gehalt 400 fl, 30 fl Functionszulage, 50 fl Localzulage nebst competenzmäßiger Wohnung.

 

1874 bis 1878 Lehrer Georg Winkler, Sohn des Moserwirts Techendorf 17. Er heiratete in Trebesing die evangelische Pfarrerstochter Hedwig Martha Raschke, wurde dort Schulleiter und Bürgermeister.

 

 

©Heidi Fian

 

 

Quelle:  Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten

 

Schule, Schulhaus, Techendorf, Kirche
Alte Schule in Techendorf
Schule, Techendorf, 1884, 1867
Georg Winkler, Oberlehrer, Lehrer