Vom Hof zum Hotel, der Alpenhof in Obernaggl

Naggl 4 vlg Liendl Georg 1919 – 2001 und Hilde Zöhrer 1920 – 1997 erzählen …

 

Auszug aus Zeitungsartikel AUS DER ZEIT 1983 von Sibylle Zehle

 

Georg erzählt von früher. Als der Hof völlig autark war. Dreimal, viermal im Jahr wurden Salz, Kaffee und Kunstdünger gekauft, aber das war auch schon alles. Die Männer brachten Gerste ein, Hafer und Mais, die Frauen haben aus Flachs Öl gewonnen und aus Schafwolle Garn gesponnen. 16 bis 18 Stück Vieh gab es auf dem „Alpenhof“ und drei, vier Pferde. Einmal im Jahr kam der Schuster („mir hatten ja Häute von Rind und Schwein“) und nähte Schuhe: zwei Paar gab´s für jeden Knecht, je ein Paar für die Mägde.

 

1925, als „das Elektrische kommen is“, war Georg Zöhrer sechs Jahre alt. Aber er erinnert sich auch an Abende, als in der über 300 Jahre alten Bauernstube bei Petroleumlicht Spinnräder bewegt und Geschichten gewoben worden sind. „Es ist mehr gearbeitet worden, wirklich viel mehr“ sagt er eindringlich, nimmt meine Hand, „aber glaub´ mir, es war eine Harmonie da, eine Zufriedenheit.“

 

 

Er lehnt sich zurück: „Die fehlt heute. Glaub mir, etwas fehlt.“

©Heidi Fian

 

 

Quelle:  Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten

 

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Blick von Obernaggl Richtung Osten