Dieses Haus hat auch eine schwierige Geschichte und viele Schicksalsschläge erlebt.
Der Schreibname Kalt taucht zwar in den Kirchenbüchern schon vor 1700 auf, ist aber schwer zuzuordnen. Die ersten Kaltbauern heiraten 1751 Christoph Plattner und Susanna Mödin. Ihr Sohn Bartlmä/Bartholomäus übernimmt die Hube mit seiner Frau Barbara Lilg Lipetertochter. Bartlmä stirbt 1800 jung 42jährig, die Kinder teils noch minderjährig. 3 Kinder erreichen das Erwachsenenalter. Am 24. November 1809 ein schweres Unglück. Die Kaltsöhne Christoph, 27 Jahre und Andreas Plattner, 23 Jahre ertrinken im Weissensee, als sie Holz von einem Floss auf einen Schlitten luden. Das Eis brach, wodurch sie in den See fielen. Am 26. November begraben. Zurück bleiben die Mutter und die 19jährige Schwester.
Die Jahre Anfang 1800 waren schwere Jahre in Kärnten. Die Pocken forderten viele Opfer, in der Franzosenzeit waren die Abgaben hoch und die Menschen litten Hunger. Auch beim Kalt war es schwer ohne Mann im Hause und so starb 1810 auch die einzige Tochter Maria mit 20 Jahren an Auszehrung.
Die folgenden Jahre gab es Missernten, das "Jahr ohne Sommer", Hungersnöte. Der nächste Besitzer: ein Hoffmannsohn aus Neusach mit seiner Frau Maria Pichler, Rothtochter Oberdorf übernehmen, aber alle Kinder sterben im Kindesalter.
Ein Nachbarssohn vom Pletzwirt Josef Winkler übernimmt, er hat mehrere ledige Kinder mit Maria Müller Zimmermanntochter. Eine Tochter Maria Müller übernimmt später Herter in Oberdorf.
Der Sohn Josef Müller vlg Kalt heiratet Maria Fian vom Haub. Er fällt im 1. Weltkrieg 1914 in Galizien. Sein Sohn Josef 1905 geboren übernimmt, aber das Schicksal schlägt wieder zu und er fällt im 2. Weltkrieg 1944. Johann Müller, uns bekannt als "Kaltens Hansl" übernimmt als Minderjähriger die Kaltenhube. Er stirbt ohne Nachfolger. Das Haus ist renoviert und steht noch.
©Heidi Fian
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten
Rechts vlg Kalt, nach links Pletzwirt, Jongg, Rohr. Foto aus dem Buch "Weißenseetale, Hamatle mein"